Eine der häufigsten Fragen, die mir Brautpaare stellen: „Wann machen wir das Paarshooting — vor oder nach der Trauung?" Aus der Praxis kann ich sagen: in den meisten Fällen ist **davor** die bessere Wahl. Hier sind die Gründe und Tipps für die perfekte Planung.
Was bei vielen Hochzeiten schiefläuft
Klassischer Ablauf: kirchliche Trauung um 14 Uhr, danach Apéro, dann das Brautpaar-Shooting irgendwann zwischen 16 und 18 Uhr. Klingt logisch — funktioniert in der Realität aber oft nicht so glatt.
Was passiert nach der Trauung wirklich? Eure Freunde haben sich was ausgedacht. Vor der Kirche werden Absperrungen aufgebaut, Spiele gespielt, Aufgaben gestellt. Onkel und Tanten wollen euch gratulieren, der Fotograf will Gruppenbilder machen, und plötzlich seid ihr eine Stunde später als geplant. Das Shooting wird hektisch, das Licht ist mittlerweile knapp, ihr seid müde — und die ruhigen, romantischen Bilder, die ihr euch erträumt habt, leiden darunter.
„Wir hatten 30 Minuten für das Paarshooting nach der Trauung eingeplant. Tatsächlich blieben uns 10 Minuten — der Rest ging mit Spielen und Gratulationen drauf. Im Nachhinein würden wir es anders machen."
Warum „vor der Trauung" oft besser funktioniert
1. Besseres Licht
Vormittags oder am frühen Nachmittag ist das Licht weicher und schmeichelhafter. Spätnachmittags wird die Sonne hart, und im Sommer ab 16 Uhr brennt sie regelrecht. Wer ein verträumtes, ruhiges Look-and-Feel will, profitiert davon, die goldenen Stunden des Vormittags oder die ruhige Vormittagsstimmung zu nutzen.
2. Mehr Ruhe — nur ihr beide
Vor der Trauung ist es noch ruhig. Die Gäste sind noch unterwegs, niemand wartet auf euch, niemand spielt Streiche. Ihr habt 1–2 Stunden für euch beide. Genau diese Ruhe spürt man auf den Bildern — der Blick ist gelöst, die Stimmung intim.
3. Keine bösen Überraschungen
Hochzeitsspiele und „Räuberhochzeiten" sind charmante Bündner-Traditionen — aber sie fressen Zeit. Vor der Trauung passiert das nicht. Ihr habt eure Pläne, eure Zeit, euer Tempo.
4. Entspannter Einstieg in den Tag
Statt nach der emotional aufgeladenen Trauung direkt wieder ins „Pose-Modus" zu wechseln, beginnt der Tag mit einem ruhigen Moment zu zweit. Viele Paare sagen mir: „Das Shooting davor war der schönste Moment unserer Hochzeit — niemand hat uns gestört."
Aber — was ist mit dem First Look?
Vielleicht denkt ihr jetzt: „Ja, aber wir wollen, dass mein Partner mich erst in der Kirche im Brautkleid sieht." Das ist eine schöne Tradition, und natürlich verständlich.
Lösungsmöglichkeiten:
- First-Look-Moment vor der Trauung: Ein bewusst inszenierter, intimer Moment, bei dem ihr euch das erste Mal seht — oft sogar emotionaler als der Anblick in der Kirche, weil weniger Publikum dabei ist.
- Getrenntes Shooting: Braut und Bräutigam einzeln, jeweils mit den Trauzeugen — das geht problemlos vor der Trauung. Dann gemeinsame Bilder nach der Trauung in einer kompakten 30-Minuten-Session.
- Schnitt-Shooting: Vor der Trauung detaillierte Solo-Aufnahmen (Brautstrauss, Ringe, Getting-Ready), nach der Trauung kurz das Paar.
Praktische Tipps für die Planung
Nimmt euch Zeit — 1 bis 2 Stunden
Ein gutes Paarshooting braucht Zeit. Wer 20 Minuten einplant, bekommt 20 Minuten gehetzte Bilder. Wer 90 Minuten einplant, bekommt eine Erinnerung fürs Leben. Ich empfehle:
- 60 Minuten: für ein klassisches Paarshooting in einer Location
- 90 Minuten: wenn ihr zwei Locations besuchen wollt
- 2 Stunden: wenn ihr ein wirklich elaboriertes Shooting mit verschiedenen Outfits oder Settings wollt
Nehmt eine helfende Person mit
Die Trauzeugin, eine gute Freundin oder die Schwester — jemand der euch beim Shooting begleitet, ist Gold wert:
- Brautkleid arrangieren, Schleier richten, Knöpfe nachschauen
- Wasserflasche, Lippenstift, Taschentücher mitbringen
- Ablenkende Sachen aus dem Bildausschnitt entfernen
- Notfall-Reparaturen (Naht, Schminke, Frisur)
Eine Person genügt. Aber wer alleine zum Shooting kommt, verbraucht doppelt so viel Zeit für Kleinigkeiten.
Wählt eine Location, die euch beide bedeutet
Hier kommt oft der wichtigste Tipp: die Location sollte eine Geschichte mit euch haben. Bilder von einem zufälligen schönen Hintergrund sind hübsch. Bilder von einem Ort, an dem ihr euch verlobt habt, von wo aus ihr das erste gemeinsame Bergpanorama angeschaut habt, oder wo euer erstes Date stattfand — diese Bilder sind unbezahlbar. Sie erzählen eure Geschichte.
Achtet auf gute Erreichbarkeit
Das wichtigste praktische Kriterium: die Location muss leicht und schnell zu erreichen sein. Wer 45 Minuten pro Strecke unterwegs ist, verliert eine wertvolle Stunde — und das hochzeitliche Outfit verträgt keine ewig langen Autofahrten.
Ideal: Eine Location, die maximal 15 Minuten von eurer Hochzeitslocation und der Kirche entfernt ist. So habt ihr Pufferzeit und seid stressfrei.
Wettervorhersage im Blick behalten
Plant immer eine Indoor-Alternative ein. Bei Regen oder Hagel ist die schönste Aussichtsplattform nutzlos. Wir besprechen vorab eine Plan-A- und eine Plan-B-Location.
Du planst deine Hochzeit in Graubünden oder der Ostschweiz und überlegst, wie ihr den Tag am besten strukturiert? Sprich mit uns — wir geben gerne Erfahrungswerte weiter.
Beratung anfragenMein persönlicher Ablauf-Vorschlag
So sieht ein entspannter, fotografisch optimaler Hochzeitstag aus:
- 09:00–10:30 — Getting Ready Braut + Bräutigam (separat, beide werden je 30 Min mit dem Fotografen begleitet)
- 11:00 — First Look (inszeniertes erstes Sehen, sehr emotional)
- 11:15–12:30 — Paarshooting in eurer Wunsch-Location (gute Erreichbarkeit!)
- 12:45 — Rückfahrt zur Trauungslocation
- 13:30 — Familien- und Gruppenbilder vor der Trauung (alles geordnet, ohne Stress)
- 14:00 — Trauung
- 15:00–17:00 — Apéro, Spiele, gemeinsame Zeit mit Gästen
- 18:00 — Dinner
- nach 21:00 — Fotobox, Tanz, Party
Bei diesem Ablauf seid ihr beim Apéro entspannt — die wichtigen Bilder sind bereits gemacht. Die Hochzeitsspiele eurer Freunde könnt ihr geniessen, ohne im Hinterkopf an noch ausstehende Shooting-Termine zu denken.
Wenn „nach der Trauung" besser passt
In einzelnen Fällen macht ein Shooting nach der Trauung trotzdem mehr Sinn:
- Wenn ihr eine sehr späte Trauung habt (z. B. 17 Uhr im Herbst/Winter) und das Licht am Vormittag schöner war
- Wenn der „First Look in der Kirche" für euch absolut nicht verhandelbar ist
- Wenn eure Hochzeitslocation und die Trauungslocation am gleichen Ort sind und ihr 30 Min nach der Trauung in Ruhe rauskönnt
Fazit
Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Aber aus der Praxis weiss ich: 80 % der Brautpaare, die nach ihrer Hochzeit reflektieren, sagen, sie hätten sich mehr Zeit für das Paarshooting nehmen sollen — und dass „davor" der entspanntere Moment gewesen wäre.
Sprecht mit eurem Fotografen früh über den Ablauf. Macht euch Gedanken zur Location. Plant Zeit ein. Und vor allem: nehmt euch diesen kurzen Moment für euch beide — er ist eines der schönsten Geschenke, die ihr euch an eurem Hochzeitstag machen könnt.
Wir bei Mediasquad Switzerland begleiten Hochzeiten in Graubünden, St. Gallen und der ganzen Ostschweiz — sowohl mit der Fotobox als auch mit klassischer Hochzeitsfotografie über mediasquad.ch. Wenn ihr Fragen zum optimalen Ablauf habt — frag uns einfach.
